Für das Jahr 2026 haben wir uns was besonderes ausgedacht: Unser Ziel ist Namibia im Süden Afrikas. Diesmal bleibt das Wohnmobil noch etwas länger im Winterquartier - in Namibia werden wir uns mit
einem Allradfahrzeug fortbewegen. Wir starten morgen Abend um 22.20 Uhr vom Flughafen in Frankfurt. Non-Stop geht die Reise nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Dort werden wir auch schon den
ersten Tag verbringen, danach bewegen wir uns Richtung Süden, bis zum Oranje-River.
Geplant ist eine Rundfahrt, die uns vom Süden bis hinauf zur Etosha-Pfanne im Norden führt. Von dort aus geht es dann wieder zurück nach Windhoek. Übernachten werden wir in Lodges, die wir entlang
der geplanten Route gebucht haben. Am 19. Februar werden wir wieder zurück sein.
Jetzt, am Vorabend der Tour, sind wir schon ein bisschen angespannt, ob wohl alles so klappt wie wir es geplant haben. Doch da ist auch die große Neugier auf neue Landschaften, Menschen und Tiere,
die uns dort erwarten…
Sonntag, 25. Januar
Das war schon etwas unklar gestern Morgen: Im Rundfunk laufen ständig Warnungen über mögliches Glatteis, vor der Haustier ist alles ok, doch die Wetterapp vermittelt ebenfalls ein diffuses Bild von
der Wetterlage. Ab 12 Uhr ist dann klar - südlich von Münster kein Glatteis. Um halb zwei schwingen wir uns ins Auto und fahren über die wieder freigegebene A 45 nach Frankfurt. Ab Dortmund begleitet
Sonnenschein unsere Fahrt, in Frankfurt finden wir schnell zum gebuchten Parkplatz und der Shuttle Bus bringt uns zügig zum Flughafen. Zuhause haben wir schon online eingecheckt, jetzt müssen nur
noch die Koffer den richtigen Weg zum Flugzeug finden. Der Operater tut sich mit der Aufnahme der Gepäckstücke etwas schwer, doch zunächst geht alles seinen Gang. Wir bekommen schöne Sitzplätze mit
sehr viel Beinfreiheit, die eine geruhsame Nacht versprechen. Pünktlich um 12 Uhr landen wir in Windhoek, hier merken wir dann schnell, dass die Gepäckaufgabe nicht richtig geklappt hat - Annemaries
Koffer fehlt! Beim „Lost & Found“ ist man auch nicht viel schlauer, unsere Daten werden mit dem Versprechen zügiger Bearbeitung aufgenommen. Den Mietwagen abholen, eine Telefonkarte aktivieren
und namibische Dollar besorgen, das klappt alles wie am Schnürchen. Auch unsere Unterkunft, das „Casa Piccolo“ finden wir schnell. Jetzt können wir im schön angelegten Garten erst einmal ausspannen.
Mittlerweile kommt auch eine e-Mail herein, die verkündet, dass der Koffer morgen am Flughafen abgeholt werden kann.
Landung bei Sonnenschein in Windhuek
Siesta im Garten des „Casa Piccolo“.
Montag, 26. Januar
Der Koffer ist wieder da… Da fällt uns doch ein Stein vom Herzen! Wir sind heute Früh gleich zum Flughafen gefahren, um beim Anlaufen des Transportbandes dabei zu sein. Jetzt kann es richtig
losgehen. Koffer einpacken, Zieladresse ins Navi eingeben und ab geht die Fahrt. Das Navi arbeitet perfekt, die ersten 100 km rollen wir auf geteerter Straße gen Süden. Dann wechseln wir die Straße
und es geht auf einer Piste der Kategorie C weiter: Das heißt: „Schotterpiste“! Aber es ist alles halb so wild - der Toyota Hilux nimmt die Sache sportlich und schluckt die meisten Unebenheiten weg.
Die Fahrt geht durch wechselnde Landschaften: Dominieren zunächst die Berge eines Mittelgebirges das Bild, geht es weiter durch Busch bestandenes Grasland. Nach dreieinhalb Stunden erreichen wir
unser Ziel, die Camelthorn Calahari Lodge. Sie liegt in einem anmutigen kleinen Tal, kleine Bungalows verteilen sich lose um das Hauptgebäude mit Swimmingpool. Freundliche Helfer bringen unser Gepäck
in unsere Unterkunft und wir können erst einmal etwas verschnaufen. Von der Dachterrasse des Haupthauses haben wir bei Kaffee, Tee und frischem Kuchen einen wunderbaren Blick in die Umgebung. Unsere
Gastgeber geben sich alle Mühe, uns zufrieden zu stellen.
Am Abend wird uns das Essen auf der weitläufigen Terrasse serviert: Bei einer guten Flasche Wein und Biogemüse lassen wir uns Streifen von der Hähnchenbrust und ein vorzügliches Springbockfilet
schmecken.
Mittlerweile ist es dunkel - ein schöner Tag geht zu Ende.
Unser Bungalow
Auf der Dachterrasse
Blick auf den Pool
Dienstag, 27. Januar
Früh um 7 Uhr haben wir eine Verabredung zum „Bushmans Walk“. Dahinter verbergen sich fünf junge Männer vom Volk der San, die ursprünglich als reine Jäger und Sammler lebten. Damit ihr traditionelles
Erbe nicht verschüttet wird, bieten sie Rundgänge für Touristen an, bei denen sie mit kleinen Vorträgen und Rollenspielen das Leben der vergangenen Zeit sichtbar machen. Wir erfahren, wie man den
Ameisenbär beim Naschen am Termitenhügel erlegte oder die große Trappe mit einer Falle einfing. Auch das Jagen mit Pfeil und Bogen wird demonstriert. All dies erläutern sie in ihrer eigenen Sprache
mit den uns fremden Klicklauten. Wir erhalten natürlich eine zusätzliche Erläuterung durch den Mentar der Gruppe. Ein spannender und lehrreicher Tagesbeginn und das alles noch vor dem Frühstück.
Straußenei - vielseitig verwendbar
Auf der Pirsch
Jagd mit Pfeil und Bogen
Um halb fünf steht Erasmus mit seinem Safariwagen vor der Lodge: Er fährt mit uns heute Abend durch den Nationalpark, in der Hoffnung, möglichst viele der hier lebenden Wildtiere zu sichten. Mit
dabei sind Dagmar und Dirk aus Rendsburg, die bereits heute Morgen mit uns am „Bushman Wolk“ teilgenommen haben. Erasmus kennt den Park wie seine Westentasche - mit seinem Safarigefährt
klettert er jede Sanddüne hinauf und scheut sich auch nicht davor, bei Bedarf durch die Grassavanne zu brettern.
Zu einer ersten Begegnung kommt es mit einer Gruppe Wasserböcke, dann geht es Schlag auf Schlag: Springböcke, Orixantilopen, Giraffen, Strauße, Steinböcke, Zebras, Kudus, Trappen, Webervögel und
nicht zu vergessen ein Pärchen Wiederhopfe. Fast unmöglich diese geballte Menge an Wildtieren auf die Platte zu bannen. Erasmus hat viel Geduld mit uns und bei jedem „Stopp“ Ruf hält er an und fährt
erst dann weiter, wenn das ok für den Aufbruch kommt. Nach zwei Stunden unermüdlicher Fahrt wird er etwas ungeduldig: Er will uns unbedingt das Paar Rhinozerosse präsentieren, das sich irgendwo im
Nationalpark aufhält. Dann endlich tauchen sie auf, riesige Kolosse, die sich am reichlich vorhandenen Grasland gütlich tun und vor sich hin mampfen. Unsere Anwesenheit scheint sie nicht zu stören,
wir sind kaum zwei Meter von ihnen entfernt. Doch es gibt noch ein weiters „highlight“ - der Sonnenuntergang steht kurz bevor! Erasmus brettert in halsbrecherischem Tempo eine Düne hinauf und
positioniert uns so direkt vor der untergehenden Sonne vor dem ausgreifenden Grasland. Es ist ein sagenhaftes Naturschauspiel, das sich uns bietet. Das Sonnenlicht in Verbindung mit den roten Dünen
erzeugt vielfältige Seheindrücke, die man zuvor noch nie wahrgenommen hat. Bleibt hinzuzufügen, dass Erasmus in der Zwischenzeit einen kleinen Tisch mit unterschiedlichsten Getränken und Knabberzeug
aufgebaut hat, um nicht nur das Auge, sondern auch den Magen zu seinem Recht kommen zu lassen…
Wasserbock
Springbock
Giraffen
Trappe
Strauß
Orixantilope
Rhinozeros
Sonnenuntergang
Mittwoch, 28. Januar
Etwas wehmütig verlassen wir diese tolle Lodge, aber heute geht es weiter in Richtung Süden. Unser Ziel ist der Fish-River-Canyon, der mit seinen gut 150 km Länge der zweitgrößte Canyon der Welt ist.
Es sind ungefähr 450 km Strecke bis hierhin, der größte Teil der Straßen entspricht der Kategorie C, also Schotterpiste. Der Weg führt uns über Marienthal und Keetmanshop, die Namen geben schon den
Hinweis auf die deutsche Vergangenheit Namibias. Es ist heiß heute, das Thermometer klettert im Laufe des Tages auf 40° C, doch in unserem klimatisierten Toyota Hilux kann man es gut aushalten. Auch
der zuschaltbare Allradantrieb bewährt sich auf den Schotterpisten hervorragend. Wir kommen gut voran - es gibt fast keinen Verkehr, das erleichtert das Fahren ungemein.
Bei Keetmannshop (der Name stammt von dem rheinischen Kaufmann Keetmann, der die Rheinische Mission unterstützen wollte) machen wir einen Abstecher zum Köcherbaumwald. Die bis zu fünf Meter hohen
ausgehöhlten Stämme dieser Aloepflanze wurde von den Nama als Köcher für ihre Pfeile benutzt. Als wir ankommen, ist es unerträglich heiß. Wir machen schnell einige Photos und fahren ganz schnell
weiter.
Dafür bietet uns unsere neue Unterkunft, die Fish-River-Canyon-Lodge, mit ihrem Pool schnelle und wirksame Abkühlung. Der Besitzer der Lodge ist wohl ein Oldtimer Narr. Auf dem gesamten Gelände
verteilt stehen ausgemusterte Oldtimer, selbst der Gastraum bleibt nicht verschont. Die Bar, die im inneren mit Nummernschildern aus aller Welt ausgeschlagen ist, hat sogar ein Exemplar aus dem Kreis
Borken. Eine etwas skurrile Atmosphäre. Dafür ist das Essen und der Service vorzüglich.
Für Morgen haben wir schon eine Tour zum Canyon reserviert.
Im Köcherbaumwald
Oldtimer in der Fish-River-Canyon-Lodge
Donnerstag, 29. Januar
Aisa fährt den Safari-Jeep, wie andere ihren Golf: Kein Steigung, keine Kurve und keine Rüttelpiste ist ihr zu schwierig. Heute Morgen ist sie mit uns um 7.30 Uhr verabredet - wir fahren mit ihr zum
Fish-River-Canyon.
Frühstück gibt es ab sieben Uhr, das passt. In der Nacht hat es sich kräftig abgekühlt, vorsichtshalber reicht uns Aisa zwei Decken nach hinten - im offenen Safari-Jeep sind wir dem Fahrtwind voll
ausgesetzt. Auf dem Hinweg macht sie uns auf die Wildtiere aufmerksam, die sich entlang der Schotterpiste im Gelände tummeln. Mit sicherem Blick erkennt sie die unterschiedlichen Tierarten, weiß, ob
es sich um ein Männchen oder ein Weibchen handelt.
Doch da kommt schon die Einfahrt zum Canyon in Sicht. Wir fahren zu einem Beobachtungsplatz und erfahren dort einiges über die Entstehung dieses Naturwunders: Durch tektonische Plattenverschiebung,
einem Grabenbruch und durch Erosion bildete sich der Verlauf dieses Flusses in über hunderte Millionen Jahre heraus. Führt er heute nur zu Regenzeiten noch etwas Wasser, war er in der
Anfangszeit noch bis zum Rand gefüllt. Die Höhe der ehemaligen Wasserstände lassen sich heute deutlich an den steilen Wänden ablesen. Das wenige Wasser, das heute am Boden gelegentlich sichtbar ist,
entspringt Quellen. Der Einschnitt des Canyons ist bis über 500 Meter tief, an der breitesten Stelle misst man 27 Kilometer. Wir folgen teilweise zu Fuß dem Verlauf des Flusses, der sich in Schleifen
durch das Gebirge windet. Es sind atemberaubende Einblicke in dieses jahrmillionen alte Naturdenkmal.
Wir sind froh, dass wir uns schon so früh auf den Weg gemacht haben, um elf Uhr wird es schon wieder sehr heiß.
Es war wieder einmal eine spannende, unvergeßliche Tour.
Aisa und ihr Safari-Jeep.
Fish-River-Canyon
Kleine Rast über dem Fluss
Feuchtigkeitsinseln
Wachstumsmodell
Geschafft - wir sind am Ziel.
Freitag, 30. Januar
Der Oranye-River bildet in Teilen die Grenze zwischen Namibia und Südafrika. Wir fahren die 250 Kilometer weitestgehend durch eine Geröllwüste und eine steinige Gebirgslandschaft. Kurz vor unserer
Unterkunft auf der Farm Aussenkehr öffnet sich die Berglandschaft und wir fahren hinunter zu der Flussoase des Oranja-River. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus: Links und rechts vom Fluß
erstreckt sich ein üppiges Weinanbaugebiet. Mittendrin befindet sich unsere neue Unterkunft. Der kleine Bungalow liegt direkt am Uferrand, die große verglaste Front gibt den Blick auf den Oranje Fluß
frei. Am Flussufer finden sich unzählige Wasservögel ein - Idylle pur…
Oranje-River
Swimmingpool
Sonnenuntergang
Samstag, 31. Januar
Vierzig Jahre sind in der Menschheitsgeschichte ja nur ein kleiner Abschnitt - dennoch können Ereignisse in dieser Zeit noch lange prägende Wirkung entfalten. So geht es Namibia mit der deutschen
Kolonialzeit. Die Anwesenheit deutscher Kaufleute und Militärs verfolgt uns heute noch auf Schritt und Tritt. 1832 betrat Adolf Lüderitz erstmals namibischen Boden und überzeugte den deutschen Kaiser
Wilhelm II. davon, Schutztruppen hierher zu entsenden. 1918 musste Deutschland nach dem verlorenen Krieg die Kolonie Deutsch-Südwest wieder aufgeben. Die Pferde, die den Truppen zum Transport
und zur Bewegung dienten, wurden kurzerhand in die Wüste gejagt. Heute findet man an verschiedenen Orten in Namibia noch die wilden Nachfahren dieser armen Kreaturen, die sich an die widrigen
Bedingungen angepasst haben. Anton, Mitarbeiter der Lodge, fährt mit uns im Toyota in das nahegelegene Naturreservat, um auf die Suche nach den Namib-Wildpferden zu gehen. Zum Reservat, das auf einer
Hochebene liegt, geht es durch einen schmalen Canyon, der mir fahrerisch doch einiges abverlangt. Es gibt enge Kehren, steile Anstiege und entsprechende Gefällstrecken. Dabei ist der Untergrund
übersäht mit Felsstücken, die das Fahren nicht erleichtern. Der Toyota bewährt sich hervorragend.
Auf der Hochebene gibt es versteinerte Bäume, in der Ferne läuft ein Springbock davon, auf einem Baum inspiziert ein Steinadler das Gelände und ein kleiner Schakal schaut neugierig zu uns hinüber.
Nur die Wildpferde lassen auf sich warten. Wir fahren zu einem Wasserloch, wo eine Windmühle Wasser ans Tageslicht pumpt und werden dort fündig. Fünf Wildpferde grasen auf der angrenzende
Fläche.
Als wir weiterfahren, klettert eine fünfköpfige Gruppe von Steinböcken den Hang hinauf.
Wieder einmal eine tolle Rundfahrt. Anton hat sein Bestes gegeben.
Auf der Hochebene.
Wo sind nur die Wildperde?
Lichtspiele
Kleinfamilie
Pumpstation mit Wasserloch.
Sonntag, 1. Februar
Heute fahren wir den Oranje-River entlang in Richtung Lüderitz, dem Ort, der nach dem gleichnamigen Bremer Kaufmann benannt worden ist. Die Fahrt entlang des Flusses ist wunderschön, der Oranja zeigt
sich in seiner ganzen Vielfalt - mal mit engem Flussbett und stark strömenden Wasser oder breit aufgefächert, träge, mit kleinen Inseln. Unterwegs begegnent uns eine Horde Affen, die sich aber in
alle Richtungen zerstreut als wir näher kommen. Ein Sichler steht am Flussufer und wartet auf sein Mittagessen. Dann wandelt sich die Szenerie - wir erreichen die Namib-Wüste und jetzt fahren wir
ungefähr hundertfünfzig Kilometer durch diese trockene, lebensfeindliche Einöde.
In Lüderitz haben wir uns in einem kleinen B&B eingebucht. Es liegt auf einer kleinen Halbinsel direkt vor der Innenstadt.
Shark-Island ragt in die Lüderitzbucht hinein und ist eng verbunden mit der unseligen deutschen Kolonialgeschichte. Hier war ein Konzentrationslager für Männer und Frauen der Nama und Herero, die
beim Bau der Eisenbahnlinie Sklavenarbeit leisten mussten. Insgesamt kamen hier ungefähr 4000 Menschen zu Tode.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in der Nähe von Lüderitz Diamanten gefunden - es setzte ein Run von Abenteurern und Händlern auf die Stadt ein, der zu einem starken Aufschwung des städtischen
Lebens führte. Aus dieser Zeit gibt es viele Häuser, meist im Jugendstil gebaut, die das Stadtbild nachhaltig prägten.
Am Oranje-River.
Affen begleiten uns.
Löffler am Flussufer.
Völkermord-Gedänkstätte
Deutsche Villa
Mittwoch, 4.Februar
Kolmanskoppe ist ein Ort, nur wenige Kilometer von Windhook entfernt. Er war mal die reichste Ortschaft der ganzen Welt, jetzt ist es eine Geisterstadt, oder auf neudeutsch ein „Lost Place“.
Hier begann der Run auf Diamanten, als ein Arbeiter zufällig bei Erdarbeiten einen Diamanten entdeckte. Man stellte feste, dass Diamanten höchster Reinheit im Bereich der Oberfläche zu finden
waren. Es gab einen Diamantenrausch, der viele Abenteurer, Bänker, Kaufleute und Arbeitet anzog. Der Grund und Boden, im Besitz von Lüderitz, der ihn einem Namahäuptling abgekauft hatte, wurde auf
verschiedene Schürfgesellschaften aufgeteilt. In Kelmanskoppe entstand innerhalb kürzester Zeit eine blühende Stadt mit Läden, einem Kasino, Schwimmbad und, und, und. Doch dann brach in Europa der 1.
Weltkrieg aus, der Preis für Diamanten stürzte ab und viele Bewohner verließen den Ort. Nach dem Krieg erholte sich Kelmannskoppe nicht mehr richtig. Die Qualität der Diamanten sank, das Schürfen
wurde schwieriger und in den fünfziger Jahren wurde der letzte Betrieb geschlossen. Seitdem interessieren sich nur noch Touristen und Filmproduzenten für diesen „Lost Place“. Wir stehen um halb
zehn Uhr in der Halle des ehemaligen Kasinos und werden von Nikole, einer jungen Frau mit deutsch/namibischen Hintergrund, sachkundig durch das Gelände geführt. Außer der Hitze und einer Schlange
kann nichts unsere Aufmerksamkeit trüben…
Haus des Lehrers
Leerstehendes Haus
Schlange
Lodge Namtib
Die Lodge Namtib ist sowohl Farm als auch Guest-House. Auf der Farm werden Rinder gehalten, die zur Fleischerzeugung genutzt werden. Das Fleisch geht sowohl in den Verkauf als auch in die
Restauration zur Versorgung der Touristen. Ähnlich verhält es sich mit den Wildtieren, die auf dem Farmland gejagt werden. Einige Kühe dienen der Milchproduktion, aus der Milch wir Käse, Jogurt und
Quark gewonnen.
Der gesamte Betrieb versorgt sich weitgehend selbst, Lynn und Thorsten betreiben mit ihren sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Betrieb unter ökologisch, nachhaltigen Gesichtspunkten. Wir sind
in einem kleinen Bungalow untergebracht, Frühstück und Abendessen nehmen wir gemeinsam mit den beiden Besitzern ein. Alles schmeckt vorzüglich.