Dienstag, 3. Februar

Am Spätnachmittag fahren wir mit Thorsten das Gelände der Farm ab. Sie erstreckt sich insgesamt über 17 Quadratkilometer, aber nur neun davon sind für den Farmbetrieb nutzbar. Das restliche Gelände gehört zu den Tirasbergen. Die Farm grenzt im Westen an die Namib-Wüste, im Osten an das Bergland. Sie halten unterschiedliche Tiere, neben den Rindern auch einige Pferde, Schafe, und Hühner, weiter gehört zur Farm die Heege der Wildtiere wie Orixantilope und Springbock. Daneben gibt es noch Strauße, Adler, Geier, und Löffelhunde und was man sich so vorstellen kann. Thorsten, der erst als junger Mann von Deutschland nach Namiba zurückgekommen ist (sein Vater hatte Namibia nach der Unabhängigkeit zeitweise verlassen), übernahm die Farm vor zwanzig Jahren. Er ist mit Leib und Seele dabei, kennt jeden Winkel und erklärt uns alles über die Graswirtschaft in dieser klimatisch schwierigen Region. Wir fahren bis zum Sonnenuntergang und begegnen vielen der hier lebenden Wildtiere.
Orixantilope, im Hintergrund Namibdünen
Orixantilope, im Hintergrund Namibdünen
Ohrengeier im Ausguck
Ohrengeier im Ausguck
Löffelhunde unterwegs
Löffelhunde unterwegs

Mittwoch, 4. Februar

Unsere Fahrt geht weiter: Heute geht es ins Naukluftgebirge zur Barkhan Dune Retreat. Unterwegs begleitet uns eine kleine Herde Zebras. Angekommen in der Lodge, sind wir bass erstaunt: Die Bungalows sind am Hang in die Erde eingebaut und von weitem als solche nicht zu erkennen. Die Front ist verglast, der Rest mit Erde bedeckt. Dies bietet sowohl bei hohen als auch bei niedrigen Temperaturen einen guten Schutz. Die Einrichtung besteht aus recyceltem Holz, wirkt aber hochwertig.
Für die Abkühlung steht ein Swimmingpool parat.
Hier lässt es sich aushalten.
Zebras in der Namib
Zebras in der Namib
Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Unser Bungalow
Unser Bungalow
Perlhühner vor der Haustür
Perlhühner vor der Haustür
Erdmännchen auf der Terrasse
Erdmännchen auf der Terrasse

Freitag, 6. Februar

Gestern war Entspannung angesagt. Am Pool und auf unserer Terrasse haben wir es langsam gehen lassen. Heute fahren wir durch den Naukluft-Naturpark über Walvis Bay nach Swakopmund. Im „Cornerstone Guesthouse“, nahe der Altstadt, kommen wir unter. Nach einer kleinen Pause laufen wir zum Meer, es wird allmählich dunkel, doch wir sehen noch die Seebrücke und ein altes deutsches Hotel von 1902.
An der Seebrücke.
An der Seebrücke.
Deutsches Hotel von 1902.
Deutsches Hotel von 1902.

Samstag, 7. Februar

Heute Morgen ist es nebelig, wie so oft hier in Swakobmund. Der kühle Atlantik und die heiße Namib sorgen häufig für ein feuchtes Klima und dunstige Luft. Wir hoffen auf bessere Sicht, denn wir wollen heute vom Hafen in Walvis Bay mit dem Boot hinaus in die Bucht. Doch ganz so einfach wird es nicht: Die Wegbeschreibung zur Waterfront ist ungenau, wir haben Orientierungsprobleme, da es nur gelegentlich Straßennahmen gibt und unser Navi uns mit den ausgewiesenen Geodaten in den Containerhafen führt. Erst mit der Hilfe von Ortskundigen stehen wir zur rechten Zeit am Abfahrtskai. Jetzt klappt aber alles wie am Schnürchen: Kaum sind wir ausgelaufen, landen auch schon die ersten Pelikane auf Deck und fordern ihren Frischfisch ein. Da will die mit uns schwimmende Robbe nicht hinten anstehen und landet mit einem mächtigen Satz ebenfalls zwischen uns auf dem Deck. Wir fahren in Richtung der Robbenbänke, Ernst, der Guide, berichtet derweil über Flora und Fauna der großen Bucht. An den Robbenbänken empfängt uns schon das Geschrei der Jungtiere - es ist eine unermeßlich große Zahl dieser Meeresbewohner, die sich hier versammelt. Unsere Rückfahrt hat nicht nur eine kulinarische Note: Mit vorbereiteten Häppchen, frischen Austern und Sekt genießen wir nun die Fahrt durch die Bucht auch noch bei Sonnenschein.

Wegezoll
Wegezoll
Hungrige Robbe
Hungrige Robbe
Robbenbank
Robbenbank
Bootsvergnügen
Bootsvergnügen
Jetzt geht es mit dem Auto zu den „Salzminen“. Hier, in der Lagune, wird Meersalz gewonnen. Hier tummeln sich aber auch abertausende von Flamingos und Watvögeln, die sich für die Rückreise nach Europa genügend Speck anfressen. Vielleicht sehen wir ja einige von ihnen bei uns in den Rieselfeldern wieder…
Flamingos an den Salzminen
Flamingos an den Salzminen
Prachtexemplare
Prachtexemplare

Sonntag, 8. Februar

„Die Wüste lebt!“, Unter diesem griffigen Titel brachte Walt Disney einen Film auf den Markt, der das Leben in der vorgeblich lebensfeindlichen Namib in Szene setzte. Heute ist es Ernst, der mit uns und weiteren Interessierten das Leben in der Namib erkundet. Mit dem Allradfahrzeug fahren wir in die Dünenlandschaft bei Swakopmund und gleich beim ersten Halt, landet er einen Volltreffer. Im Wüstensand entdeckt er ein kleines Loch, vorsichtig buddelt er immer tiefer und dann Zack, hält er einen Gecko in den Händen, der sich sofort tot stellt. Nachdem wir den kleinen Wüstenbewohner ausführlich bewundert haben, wird er in die Freiheit entlassen und schon verbuddelt sich der Kleine wieder im Sand. Ernst beschreibt uns die Entstehung dieser außergewöhnlichen Wüstendüne und weiter geht die Fahrt. Beim nächsten Mal ist es wieder ein kleiner Wüstenbewohner, diesmal haben ihn die Spuren im Sand verraten. Einzig die Suche nach einem Chamäleon misslingt unserem eifrigen Fährtenleser: Keiner dieser Verwandlungskünstler lässt sich finden. Dafür entdeckt er die Spuren eines „Sidewinders“, einer Seitenwinderschlange. Vorsichtig gräbt er im Erdreich, wieder mit Erfolg. Die Schlange schläft noch, es ist heute Morgen noch relativ kühl. Bei zunehmender Sonneneinstrahlung wir sie rege, windet sich davon und vergräbt sich wieder im Sand. Ein tolles Naturerlebnis. Wir sehen noch unterschiedliche Käfer, die wie alle diese Wüstenbewohner Besonderheiten aufweisen, die sie das Leben in der Namib erträglich werden lässt. 

Wüstendünen bei Swakobmund
Wüstendünen bei Swakobmund
Gecko
Gecko
Schaufelschnauzeneidechse, die mit der Schnauze im Sand buddelt.
Schaufelschnauzeneidechse, die mit der Schnauze im Sand buddelt.
Sidewinder Schlange
Sidewinder Schlange
„Durch die Wüste“…
„Durch die Wüste“…

Montag, 9. Februar

Unsere neue Lodge, das Ameib Guesthouse, liegt in der Nähe der Spitzkoppe in den Erengo Mountains. Die Fahrt hierher ist völlig unproblematisch, der größte Teil der Strecke von 175 Kilometern geht über Teerstraßen, die letzten fünfundzwanzig Kilometer sind Schotterpiste. Das Farmland ist riesig, der Name Ameib bedeutet „der grüne Ort“, eine treffende Beschreibung für die Landschaft. Wir sind in einem stilvollen Bungalow untergebracht, bis zum Wasserloch zur Tierbeobachtung sind es zehn Minuten zu Fuß. Heute Abend beobachten wir einen prächtigen Sternenhimmel, wie man ihn wohl nur in Afrika sehen kann.
Unser Bungalow.
Unser Bungalow.
Landschaft mit Sonnenuntergang.
Landschaft mit Sonnenuntergang.

Dienstag, 10. Februar

Es ist noch dunkel, als wir heute Morgen um 6.15 Uhr aufstehen. Wir wollen zu einer prähistorischen Höhle, der „Philips Cave“, im Erengo-Gebirge hinaufsteigen. Da es heute heiß wird, müssen wir bei Sonnenaufgang unterwegs sein. Die erste Strecke können wir noch mit dem Auto fahren, dann geht es ins Gebirge. Der Weg hinauf geht hauptsächlich über Stock und Stein, es ist auch mehr ein Klettern als ein Wandern. Die Strecke ist aber gut markiert und wir kommen zügig voran. Nach einer dreiviertel Stunde sehen wir die Höhle schon von weitem. Wie eine überdachte Halle ragt sie in die Landschaft. Hier haben vor mehreren tausend Jahren Jäger und Sammler gelebt, die das Deckengewölbe mit Bildern von der Jagd verziert haben. Am berühmtesten ist der „Weiße Elefant“, ein imposantes Gemälde. Aber auch andere Tiere sind zu erkennen, so z.B. ein Strauß. Die Sonne hat mittlerweile an Höhe gewonnen, es wird heiß. Zügig treten wir den Rückweg an.
Am Abend machen wir noch einen Sonnenuntergangstrip mit dem Sohn der Lodgeinhaberin und dem Unimog von 1969. 
Der kleine Mercedes nimmt jede Steigung. Wir fahren zu einem Aussichtspunkt und genießen den Sonnenuntergang mit einem Sundowner…
Unterwegs im Erengo-Gebirge
Unterwegs im Erengo-Gebirge
Prähistorische Höhle „Philips Cave“
Prähistorische Höhle „Philips Cave“
Der Weiße Elefant
Der Weiße Elefant
Strauß
Strauß
Antilope
Antilope
Geschafft !
Geschafft !
Sonnenuntergang…
Sonnenuntergang…
… mit Regenbogen.
… mit Regenbogen.

Donnerstag, 12. Februar

Fünf Giraffen stehen Spalier, als wir die Ameib Farm verlassen. Zunächst versperren sie die die ganze Straße, als wir uns langsam vorwärts bewegen, gehen sie mit langsamen Schritten ins Gebüsch. Auf der Farm gibt es eine Überpopulation an Giraffen, viele Bäume sind schon wegen des großen Blatthungers dieser monströsen Gesellen abgestorben. 
Bei der Fahrt zum Fingerklip kreuzen noch zwei Strauße unseren Weg. Eine Gruppe von Eseln vergnügt sich später am Straßenrand. Die Lodge Fingerklip überrascht uns mit tollen Ausblicken in die Landschaft.
Stilvolle Verabschiedung
Stilvolle Verabschiedung
Dito
Dito
Esel am Straßenrand.
Esel am Straßenrand.
Fingerklip, hoffentlich kippt er nicht…
Fingerklip, hoffentlich kippt er nicht…

Donnerstag, 12. Februar

Eine große Schildkröte versperrt den Weg, als wir mit unserem Guide das Gelände der Lodge verlassen wollen. Er muss sie zur Seite tragen, damit der Geländewagen durch das Tor passt. Wir sind unterwegs zu den über dreitausend Jahre alten Felsgravuren und Felsmalereien hier im Gebiet des Fingerklip Felsens. Zielsicher steuert unser Guide durch die Gras- und Buschlandschaft, bis wir den ersten Felsüberhang erreichen. Hier, geschützt vor Wind und Regen, meist auf einem erhöhten Platz gelegen, rasteten die Jäger und Sammler bevorzugt. War ein künstlerisch begabter Mensch unter ihnen, findet man bebilderte Szenen aus dem Leben dieser frühen Menschen. So auch hier in Namibia. Darstellungen der gejagten Tiere, Jäger und ihre Familien sind die Themen. An drei verschiedenen Orten können wir die Alltagskunst dieser Frühmenschen bewundern.
Wächterschildkröte
Wächterschildkröte
Elefant und Jäger
Elefant und Jäger
Familie mit Kudu
Familie mit Kudu
Ritzzeichnung
Ritzzeichnung
Illustrierte Fußabdrücke
Illustrierte Fußabdrücke

Freitag, 13. Februar

Bis zur Etoscha-Pfanne, diesem größten National-Park Namibias ist es heute nicht mehr weit. Wir fahren knapp zweihundert Kilometer auf gut ausgebauter Straße gen Norden. Am Anderson-Gate erledigen wir die etwas umständlichen Anmeldeformalitäten, die aber der Sicherheit dienen. Kein Mensch darf nachts im Nationalpark „verschütt“ gehen. Bis zur gebuchten Lodge in Okaukueju sind es nur noch zwanzig Kilometer. Eine Giraffe begrüßt uns schon am Straßenrand, unsere Lodge ist direkt am Wasserloch. Wir entdecken unzählige Wattvögel, ein Schwarzstorch kreist über uns und unzählige Springböcke und Zebras ziehen vorbei. Leider befinden sich letztere außerhalb der Reichweite des Fotoapparates.
Freundliche Begrüßung
Freundliche Begrüßung
Turm in Okaukuejo
Turm in Okaukuejo
Wasserloch
Wasserloch
Schwarzstorch
Schwarzstorch

Samstag, 14. Februar

Heute wollen wir das Etosha - Reservat auf eigene Faust durchqueren. Doch bevor wir abfahren, werfen wir einen letzten Blick auf das Wasserloch. Heute Morgen tummelt sich schon eine kleine Zebraherde vor unserer Haustüre. 
Unsere Fahrt geht heute über Halali nach Namutoni immer entlang der Salzpfanne. Das Reservat wird wegen seiner großen Zahl an Wildtieren gerühmt. Wir können das nur bestätigen: Ob Zebras, Springböcke, Oryxantilopen, Giraffen, Kudus oder Trappen - man kann alle Arten gar nicht aufzählen.
Die Fahrt war ein tolles Naturerlebnis. 
Unsere neue Unterkunft im Mushara Bushkamp wartet ebenfalls mit Überraschungen auf. Wir sind in einem Zelt untergebracht, das innen wie ein Bungalow rustikal eingerichtet ist. Die Zelte liegen im Busch und sind über Wege verbunden. Abendessen und Frühstück nehmen wir im überdachten Servicebereich ein.
Zebras am Wasserloch
Zebras am Wasserloch
Perhühner
Perhühner
Orixantilope
Orixantilope
Zebraidylle
Zebraidylle
Giraffenherde
Giraffenherde
Straußenpaar
Straußenpaar
GNU
GNU
Schmiedekibiz
Schmiedekibiz

Sonntag, 15. Februar

Um 5.30 Uhr ist die Nacht für uns zu Ende. Wir sind verabredet zu einem „Morning Game Drive“ (morgendliche Safarietour), unser Guide holt uns um 6.30 Uhr hier ab. Mit uns fahren noch vier Engländer in das Reservat, um auf Pirschfahrt zu gehen. Unser Guide, Johannes, hat alle Sinne auf Natur eingestellt, er bemerkt jede Kleinigkeit, hält an und gibt Erläuterungen zu den Tieren. Als erstes macht er uns auf eine Hyäne aufmerksam, die durch die Landschaft streift. Es folgen Vögel, Kleintiere wie das DickDick, die kleinste Antilope, aber auch ein Nashorn, das sich im Unterholz verbirgt. Lange ist er auf der Spur einer Löwin, die sich mit ihrem Baby im Gebüsch verbirgt, leider ist er dabei nicht erfolgreich. Jetzt ist sein Ehrgeiz geweckt: Er will uns noch unbedingt einen Elefanten präsentieren. Jetzt ist er erfolgreich - mit Unterstützung per Funk durch einen Kollegen entdeckt er einen großen Elefantenbullen.
Hyäne auf Nahrungssuche.
Hyäne auf Nahrungssuche.
Steinböckchen
Steinböckchen
Afrikanischer Storch
Afrikanischer Storch
Gabelracke
Gabelracke
Milan
Milan
DickDick, kleinste Antilopenart.
DickDick, kleinste Antilopenart.
Elefantenbulle
Elefantenbulle
Schwarzstorch
Schwarzstorch