Montag, 25. Mai

Wir verlassen Finikounta und durchfahren Messenien bis Kalamata. Es geht über enge, bergige Straßen mit vielen Kurven. Glücklicherweise ist der Verkehr gering, aber die Durchschnittsgeschwindigkeit ist niedrig. Ab Kalamata fahren wir bis Sparta auf der Autobahn, die restlichen fünfzig Kilometer bis Githion sind schnell geschafft. Auf dem „Githion Beach Camping“ nehmen wir Quartier, wir haben Glück und erhalten einen schönen Platz unter Orangen- und Olivenbäumen. Wir waren schon häufiger hier, der Platz ist sehr gepflegt und liegt direkt am Meer - man fühlt sich gut aufgehoben. Den späten Nachmittag nutzen wir für einen langen Spaziergang am Meer.
Stellplatz unter Orangenbäumen.
Stellplatz unter Orangenbäumen.
Traumlage am Strand.
Traumlage am Strand.
Tamariske im Abendlicht.
Tamariske im Abendlicht.

Dienstag, 26. Mai

Heute Morgen ist Bilderbuchwetter. Wir gehen vor dem Frühstück schwimmen, das Wasser scheint sich gegenüber gestern ebenfalls erwärmt zu haben. Wir frühstücken unter Olivenbäumen, es ist eine wunderbare Atmosphäre, wir genießen die Stille. 
Mit dem Roller fahren wir ins drei Kilometer entfernte Gythio, von weitem grüßt schon der Leuchtturm von der Spitze der kleinen Halbinsel. Beim Fischer erstehen wir frische Sardinien und Kalamari, im Supermarkt Obst und Gemüse. Cola und Cappuccino im Hafencafé runden unseren Besuch ab. 
Frühstück im Olivenhain.
Frühstück im Olivenhain.
Leuchtturm in Gythio.
Leuchtturm in Gythio.
Bei den Kindern beliebt: Schwimmbad aud dem Campingplatz
Bei den Kindern beliebt: Schwimmbad aud dem Campingplatz

Mittwoch, 27. Mai

Heute fahren wir wieder zu Adrianos, der eine gut sortierte Handlung mit Olivenöl, Wein, Gewürzen und anderen griechischen Spezialitäten betreibt. Es ist ein gut frequentiertes Geschäft, die Einheimischen decken hier im wesentlichen ihren Bedarf an Olivenöl und Wein, der bei Bedarf aus dem Fass abgefüllt wird. Die Preise sind moderat, wir werden bei unserer Abfahrt noch einmal vorbeischauen. Für heute begnügen wir uns mit Gewürzen und Oliven. Bei der Rückfahrt kommen wir wieder durch Gythion und besuchen ein neues Eicafé an der Hafenpromenade. Es braucht den Vergleich mit Italien nicht zu scheuen…
Bei Adrianos.
Bei Adrianos.
Leckeres Eis an der Hafenpromenade
Leckeres Eis an der Hafenpromenade
Blick auf Gythion vom Hafen.
Blick auf Gythion vom Hafen.

Donnersta, 28. Mai

Seit dem 23. Dezember 1981 liegt das Schiffswrack Dimitrios vor der Küste von Gythion. Eigentlich hieß es, nach seiner Zeit als dänisches Frachtschiff, ursprünglich Cornilia, doch da die Schrift nach so langer Zeit allmählich verblasste, hat sich der neue griechische Männername Dimitrios eingebürgert.
Wir fahren zum Glyfada Beach, wo die Dimitrios allmählich ihr Stahlsklett verliert. Längst ist das Wrack zu einer Touristenattraktion geworden, doch seit wir den Ort zum ersten Mal besucht haben, verfällt es immer mehr, ein Opfer der Winterstürme und des Salzwassers. 
Die kleine Strandbar hat die Dimitrios schon zu ihrem Markenzeichen gemacht, doch wenn der Verfall so weitergeht, werden sich wohl nur noch die Schrotthändler freuen.
Die Dimitrios am Strand von Glyfada.
Die Dimitrios am Strand von Glyfada.
Spaziergänger am Wrack.
Spaziergänger am Wrack.
Strandbar am Wrack
Strandbar am Wrack
Motiv der Visitenkarte.
Motiv der Visitenkarte.

Freitag, 29. Mai

Heute ist Markttag in Gythion. Die Bauern aus der Umgebung kommen auf den großen Parkplatz am Ortsrand und bauen dort ihre Stände auf. Es sind im wesentlichen nur die Eigenprodukte im Angebot, deshalb gibt es nicht so eine große Vielfalt, wie auf größeren städtischen Märkten. Feste Bestandteile sind Tomaten, Gurken, Paprika und Salat, dann noch Kartoffeln und Möhren. Beim frischen Obst sind zur Zeit Erdbeeren und Aprikosen der große Renner, daneben auch Äpfel und Birnen. Orangen werden fast verschenkt, sie kosten pro Kilo einen Euro. 
Natürlich gibt es noch Stände mit speziellem Angebot, so kaufen wir ein großes Glas mit Kalamata-Oliven. 
Wir verstauen alles in den Gepäckraum des Rollers, danach schauen wir beim Fischer vorbei und erstehen noch Doraden und Sardinen. 
Am Wohnmobil verstauen wir alles im Kühlschrank und fahren noch zu einem benachbarten Strand, den wir von hier aus in einiger Entfernung sehen können. Doch dort angekommen, sind wir enttäuscht: Es handelt sich hier wohl um einen „lost place“. Einige Ruinen stehen am Wasser, der Ort ist unbelebt, vermutlich liegt er zu weit ab von größeren Dörfern oder Städten. Der Strand selbst hätte durchaus Potenzial.
Bauernmarkt in Gythion.
Bauernmarkt in Gythion.
Marktstand
Marktstand
Beim Fischer.
Beim Fischer.
Strand mit Ruine.
Strand mit Ruine.

Samstag, 30. Mai

Die kleine Insel am Ortseingang von Gythion ist ein Besuchermagnet. Mit der Landverbindung über einen Damm, ist sie auch einfach zu erreichen. Ein Restaurant mit schöner Terrasse bietet den Besuchern einen herrlichen Blick auf Gythion mit seinem Hafen. Wir haben uns für heute vorgenommen, die kleine Insel zu erkunden. Der Fußweg hin zum Leuchtturm ist kurz, vorher kommen wir noch am Ethnologischen Museum vorbei, das in einem steinernen Turm untergebracht ist. Die Lichtsignale des Leuchtturms sorgen für die Sicherheit der Seefahrt seit 1859, während des 2. Weltkriegs wurde er deaktiviert, 1952 aber wieder in Betrieb genommen. Heute empfängt der Lichtsender seine Energie von der Sonne. Nach dieser Stipvisite genießen wir die Aussicht von der Restaurantterrasse bei einem Kaltgetränk.
Aufgehängte Pulpo-Arme als Blickfang vor einer Taverne.
Aufgehängte Pulpo-Arme als Blickfang vor einer Taverne.
Ethnologisches Museum.
Ethnologisches Museum.
Leuchtturm von 1859.
Leuchtturm von 1859.

Sonntag, 31. Mai

Heute Morgen machen wir einen ausgedehnten Spaziergang oberhalb der Altstadt, immer am Meer entlang. Von hier oben aus haben wir einen sehr schönen Ausblick auf die Küste vor Gythion, wir sehen die kleine Leuchtturminsel unter uns liegen und atmen die frische Meeresluft ein. 
Die Stadt wächst am Berg hinauf, zahllose Stufen und Treppen müssen erklommen werden, will man die einzelnen Häuser erreichen. Viele Gebäude sind in den letzten Jahren schon saniert worden und dienen jetzt als Touristenunterkünfte, es gibt aber immer noch Häuser die dem Verfall nahe sind oder gar Ruinen. An einer Treppe wird des einheimischen Dichters Koulis Alebis gedacht, einige Verszeilen von ihm schmücken die Stele.
Blick über die Dächer von Gythion auf’s Meer.
Blick über die Dächer von Gythion auf’s Meer.
Leuchtturminsel
Leuchtturminsel
Gedenkstele in der Altstadt: „Für mich rochen Basilikum, Minze und Lavendel: Ich denke an meine Mutter, und sie heiligte alles.“
Gedenkstele in der Altstadt: „Für mich rochen Basilikum, Minze und Lavendel: Ich denke an meine Mutter, und sie heiligte alles.“

Montag, 1. Juni

Heute fahren wir in das Gebirge, das sich hinter Gythion auftürmt. Direkt am nördlichen Ortsrand geht es eine steile Serpentinenstraße hinauf - ein Schild verkündet, dass die Steigung über 15%beträgt. Unserem Roller macht das anscheinend nichts aus, zügig nimmt er die Bergstrecke in Angriff. Für uns ist das beruhigend, da uns die Erfahrung mit unserem neuen Gefährt ja nochfehlt. 
Nach einigen kilometern Krakxelei haben wir einen freien Blick auf das Taygetos-Gebirge, das den Peloponnes durchzieht. Auf den Bergspitzen liegt ein Wolkenhaube, es ist vereinzelt noch Schnee zu entdecken. Etwas weiter wird auch die Sicht auf die Bucht von Gythion freigegeben. Die Luft hier oben ist frisch, die Sonne gibt ihr Bestes und es riecht nach wilden Kräutern. Besonders der blühende Tymian drückt dem Geruchsensemble seinen eindeutigen Stempel auf. 
Wolken überm Taygetos.
Wolken überm Taygetos.
Mit dem Roller unterwegs.
Mit dem Roller unterwegs.
Die Bucht von Gythion.
Die Bucht von Gythion.
Blühender Thymian.
Blühender Thymian.

Dienstag, 2. Juni

Ute und Christoph sind mittlerweile auch in Gythion eingetroffen. Sie stehen auf dem Nachbarplatz Meltemi. Für heute Abend haben wir uns in dem kleinen Restaurant „Takis Tavern“ hier direkt am Strand verabredet. Ein Camper aus Bottrop hat uns dieses Lokal wärmstens empfohlen  - wir werden es mal ausprobieren. Als wir um 18 Uhr die Lokalität erreichen, sind die meisten Tische noch unbesetzt, doch das ändert sich schnell. Die Vorspeisen können wir der Speisekarte entnehmen, für die Hauptgerichte werden wir in die Küche gebeten, um uns was auszusuchen. Wir entscheiden uns für Lamm aus dem Ofen. An diesem Abend essen wir vorzüglich, sowohl die Vorspeise als auch das Hauptgericht entspricht unseren Vorstellungen in besonderen Maßen. Ein großer Teller mit Obst vom Haus und ebenso ein Uso runden diesen Abend hervorragend ab…
Restaurant Tali‘s Tavern.
Restaurant Tali‘s Tavern.
Vorspeise
Vorspeise
Hauptgericht
Hauptgericht

Mittwoch, 3. Juni

Morgen wollen wir hier in Githion abreisen, deshalb fahren wir noch einmal zu Adrianos, um bei ihm Olivenöl und Oliven für „zuhause“ einzukaufen. Wir wollen uns mit fünfundzwanzig Liter Öl versorgen, da müssen wir schon etwas rechnen, ob das alles mit dem Roller machbar ist. Aber wenn Annemarie einen Kanister während der Fahrt in der Hand hält, müsste das klappen. Wir sind die einzigen Kunden, Adrianos freut sich, dass er eine größere Menge Olivenöl verkaufen kann. Schnell bereitet er die einzelnen Kanister vor, dann zapft er die entsprechenden Mengen aus einem großen Fass ab. Die gewünschten Oliven bekommen wir als Beigabe. 
Wieder zurück am Womo grillen wir die Lammkoteletts, die wir gestern beim Metzger erstanden haben, zusammen mit grünen Bohnen und Bratkartoffeln ein Genuss.
Bei Adrianos
Bei Adrianos
Olivenöltankstelle
Olivenöltankstelle
Lammkoteletts mit Bohnen und Bratkartoffeln.
Lammkoteletts mit Bohnen und Bratkartoffeln.

Donnerstag, 4. Juni

Da wir gestern noch alle Untensilien verstaut haben, können wir uns nach dem Frühstück gleich auf den Weg nach Leonidio machen. Von Githion aus gibt es drei mögliche Routen nach Leonidio, die Längen der Strecken sind ähnlich, der Verlauf der Strecken ähnelt auf der Karte eher einem Ringelschwanz. Zwei der Routen sind wir bereits gefahren, es war ein mühsames Vorwärtskommen durch die Bergregion. Heute versuchen wir es mit der dritten Möglichkeit, doch auch hier geht es nicht besser vorwärts. Große Steigungen mit vielen Serpentinen, schmale Straßen und was für die Steigungen gilt, trifft auch auf die Gefällstrecken zu. Dabei ist das Panorama wunderschön, doch für den Fahrer kein sonderlicher Reiz, da ich die Straße fest im Blick behalten muss. Gleiches gilt für Annemarie, die mir durch sorgfältige Vorausschau behilflich ist. Wir benötigen für die Strecke von 90 Kilometern knapp drei Stunden. Unser Campingplatz liegt direkt am Meer, der Ort Leonidio liegt drei Kilometer entfernt und ist von hohen Bergen und dem Meer umschlungen. Es ist ein reizvolles Städtchen, das wegen der hohen Felsen ringsum, vor allem von Kletterern besucht wird. 
Strand mit Hochgebirge.
Strand mit Hochgebirge.
Kleiner Hafen.
Kleiner Hafen.
Kleine Kirche in Leonidio.
Kleine Kirche in Leonidio.

Freitag, 5. Juni

In Richtung Süden dehnt sich der Küstenstreifen Leonidio Paletas aus. Hier rückt das Gebirge noch näher ans Meer heran, es steht nur ein schmales Stück Land zur Besiedlung zur Verfügung. Hier endet auch der Küstensaum, die schmale Straße wird zur Sackgasse, die in einen kleinen Hafen mündet. Mit dem Roller fahren wir dieses Stück romantischer Küste entlang. Es gibt nur noch einige Häuser hier, ein Restaurant und ein kleines Café haben sich etabliert. Von der Caféterrasse aus genießen wir den Blick auf das Meer und den Strand.
Blick auf den Hafen und die schmale Küste.
Blick auf den Hafen und die schmale Küste.
Wilder Kapernstrauch in Blüte.
Wilder Kapernstrauch in Blüte.
Caféterrasse
Caféterrasse

Samstag, 6. Juni

Leonidio liegt an einem Ausläufer des Taygetos-Gebirges, das Dorf zieht sich entlang des Tals, die Bebauung klettert immer weiter die steilen Felswände hinauf. Bislang haben wir nur die enge Hauptstraße kennengelernt, heute steigen wir steile Gassen in die Nebenstraßen hinauf, um von oben einen Eindruck von diesem Dorf zu bekommen. Die Häuser haben meist geschlossene Höfe, blickt man hinein, gibt es oft tolle Überraschungen: Mal spielt dort eine Kinderschar im Swimmingpool, oft blickt man in sehr gepflegte Gärten. Von oben hat man auch einen Blick aufs Meer. Im belaubten Garten eines kleinen Cafés genießen wir zu guter Letzt noch ein Glas mit frisch gepresstem Orangensaft.
Hinauf ins Dorf.
Hinauf ins Dorf.
Innenhof
Innenhof
Blick über die Dächer zum Meer.
Blick über die Dächer zum Meer.
Kleine Pause bei Orangensaft.
Kleine Pause bei Orangensaft.

Sonntag, 7. Juni

Heute, am Sonntag Mittag, gehen wir essen. Das „Myrtoon“, ein kleines Restaurant direkt am Meer, ist schon unser Favorit, seit wir es vor einigen Jahren entdeckt haben. Nicht nur die Lage, sondern auch die Qualität der angebotenen Speisen, sprechen für sich. Wir haben schon rechtzeitig reserviert und bekommen einen tollen Tisch in der ersten Reihe am Meer unter schattigen Bäumen. Wir müssen nicht lange Suchen und bestellen einen gemischten Salat, danach Muscheln in Weißwein/Limonen/Dill und als Hauptgericht geschmortes Zicklein. Als Nachtisch gibt es Orangenkuchen mit Eis. Das alles zu einem sehr zivilen Preis. Nachbarn vom Campingplatz, denen wir dieses Restaurant empfohlen haben, sind ebenfalls hoch zufrieden.

Restaurant Myrtoo
Restaurant Myrtoo
Tisch in der ersten Reihe.
Tisch in der ersten Reihe.
Gemischter Salat
Gemischter Salat
Muscheln
Muscheln